Analoges Kabelfernsehen

Was Fernsehzuschauer jetzt wissen sollten.

Das analoge Kabelfernsehen und das analoge Radio sollen im Zeitraum 2018 bis ins Frühjahr 2019 nach und nach abgeschaltet werden. Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff “analoges Kabelfernsehen”? Worin liegen die Unterschiede zum digitalen Äquivalent? Wie können Fernsehzuschauer überprüfen, ob sie analog oder digital schauen? Und wann wird an welchen Orten abgeschaltet? Interessierte Verbraucher erfahren hier mehr.

Analoges Signal, Schema

Erklärung: Was ist analoges Kabelfernsehen?

Hinter dem Begriff “analoges Fernsehen” verbirgt sich eine inzwischen veraltete Technologie zur Übertragung von Bild- und teilweise auch Tondaten auf Fernsehgeräte. Dabei gelangen die Informationen über eine sich verändernde Spannung zu den TV-Geräten. Früher wurde analoges TV terrestrisch (d.h. per erdgebundener Funkübertragung), per Satellit oder per Kabel empfangen.

Da die Fernsehübertragung inzwischen deutlich modernisiert wurde, werden diese Empfangsarten nun nach und nach abgeschaltet. Der analoge terrestrische Empfang und der analoge Satellitenempfang sind bereits vor einigen Jahren abgeschaltet worden. Im Jahr 2018 folgt voraussichtlich auch die vollständige Abschaltung des analogen Kabelfernsehens, sodass das analoge TV in Deutschland endgültig Geschichte ist. Allerdings wurde der Zeitraum bereits bis in das Frühjahr 2019 verlängert. In einigen Bundesländern ist die Abschaltung zudem bereits vollzogen.

Was ist ein analoger Sender?

Analoge Fernsehsendungen und -filme laufen oft auf vollständig analogen Fernsehsendern. Genau genommen werden diese Sender abgeschaltet, sodass sie gar nicht mehr existieren. Allerdings haben die Sender meist einen digitalen Ersatz hervorgebracht, der von entsprechenden Geräten schon länger empfangen werden kann.

Gründe für die Abschaltung des analogen Fernsehens

Fernsehsendungen und Spielfilme stellen immer höhere Ansprüche an die Endgeräte, zudem werden Filme und Serien immer häufiger rein digital produziert. Verbraucher setzen aufgrund des höheren Komforts immer öfter auf modernste Fernsehgeräte, die optimal auf die digitale Übertragung angepasst sind. Da die Nachfrage nach digitalem Fernsehen zunehmend steigt, während kaum ein Konsument noch mit analogem TV zufrieden ist, wird das Übertragungsverfahren eingestellt.

Unterschied zum digitalen Fernsehen

Das digitale Fernsehen (DVB) wird – wie der Name bereits verrät – digital übertragen. Die Übertragung läuft also nicht mehr über eine sich verändernde Spannung, sondern mittels Binärcodes. Das garantiert ein Signal, das spürbar klarer und schlanker ist, sodass weitaus mehr Daten in besserer Qualität übertragen werden können. Es gibt zahlreiche Gründe, warum digitales
Fernsehen besser ist als analoges.

  • deutlich bessere Qualität von Bild und Ton,
  • Auswahl aus verschiedenen Qualitäten (SDTV, HDTV, …),
  • größere Programmauswahl,
  • Extras, zum Beispiel kostenlose Programminformationen,
  • Kompatibilität mit modernsten Fernsehgeräten,
  • weiterhin verfügbar
  • und vieles mehr

Woran erkennt man, ob man noch analoges Kabelfernsehen empfängt?

Frau mit Fragezeichen

Wer innerhalb Deutschlands jetzt noch analoges Kabelfernsehen empfängt, sollte mit dem Umstieg auf das digitale Fernsehen nicht mehr allzu lange warten. Sobald das analoge TV abgeschaltet ist, ist kein Empfang von Bild und Ton mehr möglich. Doch woran erkennen Verbraucher, ob sie digital oder analog schauen? Wer per Satellit Fernsehen empfängt, ist generell nicht von der laufenden Umstellung betroffen. Nur das analoge Kabelfernsehen wird abgeschaltet.

Daneben kommt es auf das TV-Gerät an. Wer einen alten Röhrenfernseher oder einen Flachbildschirm nutzt, der vor 2010 gekauft wurde, empfängt mit höchster Wahrscheinlichkeit analog.

Achtung: Einige Fernseher, die ab 2010 verkauft worden sind, sind ebenfalls noch nicht für digitales Fernsehen bereit. Wer sich unsicher ist, kann sich auf diesen Wegen informieren:

  • Geräteinformationen
  • Herstelleranfrage
  • Einzelhändler, bei dem das Gerät gekauft wurde
  • Internet

Flachbildschirme, die ab 2013 gekauft wurden, sind serienmäßig für den Empfang von digitalem Kabelfernsehen ausgerüstet. Falls die Sender nach der Abschaltung auch von diesen Geräten nicht mehr empfangen werden können, sollte zunächst ein Sendersuchlauf gestartet werden, um digitale Sender zu finden.

Abschaltung des analogen Fernsehens

Die exakten Termine für die bald anstehenden Abschaltungen können auf dieser Website eingesehen werden.

Dort ist zurzeit ein PDF verfügbar, das die bis Oktober 2018 anstehenden Abschaltungen inklusive dem exakten Ort, dem Tag der Abschaltung, dem jeweiligen Kabelnetzbetreiber und der Art des Empfangsgerätes (TV/Radio) auflistet. Betroffen sind in diesem Zeitraum zahlreiche Orte in den Bundesländern:

In den Orten der ebenfalls genannten Bundesländer Baden-Württemberg, Bremen, Hessen und Rheinland-Pfalz wurden die Abschaltungen zu diesem Zeitpunkt bereits durchgeführt. Achtung: Es gibt auf der Website gelegentliche Updates.

Deutschlandkarte , alle Bundesländer

Abschaltung des analogen Radios

Radios, die Radiosender über Kabel empfangen, können ebenfalls bald stumm werden. Von der Abschaltung betroffen sind alle UKW-Radiosender. Das heißt, dass auch alle UKW-Radios nicht mehr nutzbar sind. Wer umsteigen möchte, sollte bevorzugt auf Antennenempfang setzen, denn der ist nicht von der Abschaltung betroffen. Die Termine zur Abschaltung können ebenfalls auf https://digitaleskabel.de/termine/ eingesehen werden.

Muss der Verbraucher für die Umstellung zahlen?

Die Abschaltung des analogen Kabelfernsehens kostet den Verbraucher nichts. Doch eventuell muss er sein Fernsehgerät austauschen oder aufrüsten, was durchaus mit Zusatzkosten verbunden ist. Wer weiterhin Kabelfernsehen genießen möchte, benötigt ein Fernsehgerät, das den digitalen Kabel-Empfang (DVB-C) unterstützt, sowie einen digitalen Kabel-Receiver. Der Empfang von digitalen Sendern ist in vielen Fällen über den Rundfunkbeitrag gedeckt, sodass hier keine neuen Zusatzkosten auf den Verbraucher zukommen. Einzelne Sender können aber kostenpflichtig sein, vor allem wenn es sich um HDTV handelt.

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